Kiefergelenkdiagnostik

Muskel-, Sehnen- und Bänderapparat im Kopf- und Schulterbereich

Die Kiefergelenkdiagnostik und Therapie setzt ein komplexes Wissen über die Zusammenhänge und Wirkungsweise des Muskel-, Sehnen- und Bänderapparates im Kopf- und Schulterbereich voraus. Die Auswirkungen können bis zum Fuß- und Beckenbereich feststellbar sein. Über 90% der Kiefergelenkerkrankungen sollten deshalb im Team behandelt werden (bestehend aus Orthopäde, Physiotherapeut, ggf. Psychotherapeut, Zahnarzt). Unsere umfangreiche Ausbildung ermöglicht es uns unsere Patienten diesbezüglich zu beraten und eine zielführende Therapie in die Wege zu leiten.

Funktionsdiagnostik in der Zahnarztpraxis
Bei einer gestörten Okklusion, einem sogenannten „falschen Biss“, erfolgt eine Funktionsdiagnostik (Funktionsanalyse) in der Zahnarztpraxis, um die Kontaktverhältnisse der Zähne von Ober- und Unterkiefer sowie die Kiefergelenkposition zu ermitteln. Fehlfunktionen und Fehlstellungen von Zähnen, Muskeln und Kiefergelenken können Kiefergelenkerkrankungen, sogenannte Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) mit entsprechenden CMD-Symptomen auslösen. Das Therapieziel bei CMD ist die Wiederherstellung der funktionellen und morphologischen Einheit von Zähnen, Zahnhalteapparat, Kiefergelenken und Kaumuskulatur. Das Zusammenarbeiten unterschiedlicher Zahnärztlicher Therapiemöglichkeiten (wie z. B. kieferorthopädische Maßnahmen, Leistungen der ästhetischen Zahnheilkunde in Verbindung mit Funktionsdiagnostik) bieten einen ganzheitlichen Ansatz der Therapie.

Kiefergelenksdiagnostik

Zusammenhang von Ästhetik und Funktion

Besonders deutlich wird der Zusammenhang von Ästhetik und Funktion, wenn Patienten aufgrund von Bruxismus/ Zähneknirschen einen Zahnsubstanzverlust von mehreren Millimetern aufweisen. Die Zahnreihen verlieren ihre natürliche Form, Länge und Funktion. Ein Abrasionsgebiss mit verkürzten Zähnen, Absenkung der Bisshöhe und horizontalem Kaumuster hat sich entwickelt. Um diese Patienten erfolgreich zu rehabilitieren, muss eine Komplette Funktionelle Rekonstruktion – KFR vorgenommen werden, um z. B. einer Fehlbelastung der Kiefergelenke entgegen zu wirken.

Vor Umsetzung einer KFR erfolgt zunächst eine diagnostische Schienentherapie, um die physiologische Okklusion bei korrekter und stabiler Kiefergelenkposition zu erreichen. Aus dieser stabilen Gelenkposition gelingt anschließend die Wiederherstellung der notwendigen Front-Eckzahnführung sowie die erforderliche Seitenzahnabstützung.